Beschluss Ökologische Wirtschaftspolitik für Sachsen

Der globale Rahmen

Mehr als 1,5 Millionen Menschen in Deutschland verdienen ihr Geld
mit dem Umweltschutz. Allen Beschwörungen konservativer und neoliberaler Politiker und Wirtschaftswissenschaftler zum Trotz erweist sich der Widerspruch von Ökonomie und Ökologie nur
als ein scheinbarer. Doch es gibt nicht den mindesten Grund, sich auf dem bisher Erreichten auszuruhen. Vielmehr ist zu konstatieren, dass es trotz der Erfolge bündnisgrüner Wirtschaftspolitik
bis heute nicht gelungen ist, die Ökologie im allgemeinen Verständnis der Ökonomie zu dem zu
machen, was sie sein muss: Grundlegendes Prinzip.
Schon zu Beginn des 18. Jahrhunderts forderte der sächsische Bergbeamte und Forstökonom Carl
von Carlowitz eine „beständige und nachhaltende Nutzung“ im Umgang mit natürlichen Ressourcen und brachte damit erstmals das Prinzip der nachhaltigen Entwicklung zum Ausdruck. Gleichwohl mangelt es heute nicht an Anzeichen, dass die Industrialisierung dieses Prinzip der Nachhaltigkeit in existenzieller Weise vernachlässigt hat. Die Bedrohung durch den Klimawandel stellt nur
eine von vielen Gefahren dar, die der Menschheit durch die dauerhafte Übernutzung des Systems
Erde droht. Die Ausbreitung der Wüsten, die Überfischung der Meere, der Rückgang der Urwälder, der Kampf um die Trinkwasserressourcen oder der weltweite Rückgang der Arten – die Liste
der Schäden am Ökosystem ist lang. Die Ursache liegt in der zu hohen Intensität der menschlichen
Nutzung, derzeit übersteigt sie die Regenerationsfähigkeit der Erde um den Faktor 1,3.
Dass die Rohstoffe und die Fläche der Erde erschöpfbar sind, schlägt sich auch in den Preisen nieder. Seit der Jahrtausendwende stieg der Ölpreis um 400%, Preise für einige Metalle klettern um
mehr als das 10-fache. Noch jung ist die exorbitante Teuerungsrate auf dem globalen Markt der
Lebensmittel. Auch hier gab es Preissteigerungen um mehrere 100 %. Der weitere Anstieg der
Weltbevölkerung und hohe wirtschaftlicher Wachstumsraten in den Schwellenländern, darunter
die bevölkerungsreichsten Volkswirtschaften der Welt, China und Indien, werden dafür sorgen,
dass die Nachfrage und mit ihr die Preise für fossile Brennstoffe, Bodenschätze, Nahrungsmittel,
Ackerland und Wald weiter steigen werden. Längst ist der Zugang zu den natürlichen Reichtümern zu einer Frage geworden, die über Krieg oder Frieden entscheidet.
Wir in den Industrieländern stehen moralisch als Hauptverschmutzer und Ressourcenverbraucher
der Welt in der Pflicht, unsere Produktions- und Konsumtionsweise auf ein global gerechtes, die
Schöpfung erhaltendes Niveau umzustellen. Wir haben diese Pflicht nicht nur, weil wir für die gegenwärtige Übernutzung verantwortlich sind, sondern auch weil wir über das Wissen und das
Kapital verfügen, den Ressourcenverbrauch zu reduzieren, die Belastungsfähigkeit der Erde nicht
zu überdehnen und das Recht eines jedes Menschen, in gleicher Weise an den Gütern der Erde
teilzuhaben, realisieren zu können.

Dies ist nicht der vollständige Beschluss. Der komplette Beschlusstext ist hier nachzulesen: Beschlüsse als PDF

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