Zur Aussage von Justizministerin Constanze Geiert, Sachsen brauche gesicherte Einrichtungen zur Unterbringung von straffälligen Kindern, erklärt Coretta Storz, Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen:
"Der Plan, für Kinder unter 14 Jahren eine eigene sächsische geschlossene Unterbringung einzurichten, ist ein gefährlicher Irrweg. Statt auf pädagogische Lösungen und Prävention zu setzen, wird hier mit Härte und Abschreckung reagiert. Die geschlossene Unterbringung ist kein Erfolgsrezept, sondern ein Eingeständnis des Versagens: des Versagens der Politik und einer Gesellschaft, die junge Menschen in Not nicht auffängt, sondern wegsperrt. Zumal die Fluchtrate ähnlich hoch ist wie in offenen Einrichtungen.
Angeblich handele es sich für eine „kleine Gruppe“ hochbelasteter Kinder um die letzte Alternative. Wenn es sich nur um eine kleine Gruppe handelt, dann müssen hier individuelle Wege entwickelt werden. Es ist eine staatliche Pflichtaufgabe, das Kindswohl aller Kinder zu schützen."
Martin Helbig, Landesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen ergänzt:
"Wer selbst erlebt hat, wie ein Busfahrer ins Krankenhaus geprügelt oder ein Café verwüstet wird, erwartet zu Recht Konsequenzen. Doch geschlossene Unterbringung ist keine Lösung, denn die Erfolgsquote ist extrem gering. Sinnvoller ist es, die Jugendhilfe so auszustatten, dass sie junge Menschen erreicht, bevor sie zu Gewalttäter*innen werden. Nur so schützen wir nachhaltig die Gesellschaft, die Opfer und die jungen Menschen selbst. Wenn Geld für geschlossene Unterbringungen da ist, sollte die Landesregierung damit die Jugendhilfe stärken: mit mehr Personal, mehr Prävention und Konzepten. Wer wirklich helfen will, muss in Freiheit erziehen, mit Respekt zuhören und das mit dem Ziel, junge Menschen nicht aufzugeben. Alles andere ist ein Armutszeugnis für unseren Rechtsstaat.“