Recht auf Siesta für Sachsen ist Hitzeschutz

5. August 2026
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen fordern flexible Sommerarbeitszeiten, kostenloses Trinkwasser im öffentlichen Raum, Beschattung von Parkplätzen, die Wiedereinführung der Klimamillion und ein Förderprogramm für Klimaanlagen in Kitas, Schulen, Pflegeheimen und Krankenhäusern.
Coretta Storz, Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen, erklärt:
„Hitze kann lebensgefährlich werden. Wenn jetzt nicht sofort Hitzeschutzmaßnahmen folgen, grenzt das an politische Arbeitsverweigerung. Angesichts des rasant voranschreitenden Klimawandels müssen wir lernen, mit der künftig immer häufiger auftretenden Hitze umzugehen. Vor allem für Kinder, ältere und kranke Menschen sowie für Beschäftigte, die draußen oder in aufgeheizten Räumen arbeiten, ist Hitze eine echte Gefahr. Deshalb müssen wir unseren Alltag an sehr heißen Tagen anders organisieren. Dazu gehören flexible Arbeitszeiten genauso wie ausreichend Wasser und kühle Räume. Die Staatsregierung muss hierfür die Voraussetzungen schaffen. Und wenn sich eine Kita oder ein Krankenhaus nicht anders ausreichend abkühlen lässt, dann muss der Freistaat auch den Einbau einer Klimaanlage unterstützen.“
Martin Helbig, Landesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen, ergänzt:
„Viele Städte und Gemeinden wissen längst, welche Schulhöfe sich aufheizen, wo Bäume fehlen und welche Plätze dringend entsiegelt werden müssten. Oft fehlt ihnen aber das Geld, um diese Vorhaben umzusetzen. Deshalb wollen wir die Klimamillionen zurück: Jeder Landkreis und jede kreisfreie Stadt soll wieder eine Million Euro pro Jahr bekommen. Damit können vor Ort Bäume gepflanzt, Trinkbrunnen gebaut, Flächen entsiegelt und bestehende Parkplätze verschattet werden. Investitionen in Hitzeschutz machen unsere Straßen, Gebäude und Plätze in heißen Sommern lebenswerter und helfen, dass sich erst gar nicht so aufheizen.“
Die fünf Forderungen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen
1. Recht auf Siesta
Bei großer Hitze muss Arbeit flexibel organisiert werden können: früher anfangen, länger Pause machen oder anstrengende Tätigkeiten auf die kühleren Stunden verschieben. Das schützt die Gesundheit und hilft auch den Unternehmen, denn an besonders heißen Tagen steigen die Krankmeldungen wegen Kreislaufproblemen deutlich. Ende Juni lagen diese Krankmeldungen in Sachsen nach Angaben der Barmer 31 Prozent über dem Durchschnitt des ersten Halbjahres.
2. Wasser für alle – kostenlos und überall
In Schulen, Behörden, Hochschulen und anderen Einrichtungen des Freistaats muss es kostenloses Trinkwasser geben. Außerdem braucht Sachsen mehr öffentliche Trinkbrunnen auf Plätzen, in Parks und an anderen öffentlichen Orten. Eine einfache, zentrale Online-Karte kann jederzeit zeigen, wo sich der nächste öffentliche Trinkbrunnen oder eine kostenlose Möglichkeit zum Wasserauffüllen befindet.
3. Keine Parkplätze ohne Schatten
Wenn neue Parkplätze entstehen, müssen Bäume, begrünte Überdachungen oder Solardächer verpflichtend dazugehören, damit sich die Flächen nicht zu großen Hitzeinseln entwickeln. Die Solardächer lassen sich für das Laden von E-Autos nutzen. Angesichts des Trends zur Elektromobilität wäre das eine sinnvolle Kombination aus Schatten und Energieerzeugung.
Gleichzeitig soll der Freistaat den Umbau bestehender Parkplätze fördern – für mehr Grün oder Solardächer statt noch mehr nacktem Asphalt.
4. Menschen im Alltag schützen: Klimamillionen zurück
Schulhöfe, Kitagelände, Marktplätze und Innenhöfe heizen sich im Sommer extrem auf. Der Freistaat muss Städte und Gemeinden deutlich stärker als bisher beim Hitzeschutz unterstützen: Asphalt zu entfernen, Bäume zu pflanzen sowie Dächer und Fassaden zu begrünen.
Dafür müssen die Klimamillionen neu aufgelegt werden: Die Landkreise und die kreisfreien Städte müssen wieder jährlich eine Million Euro für Klimaschutz und die Anpassung an die Folgen der Hitze erhalten. In den Jahren 2023 und 2024 gab es dieses Geld unter bündnisgrüner Regierungsbeteiligung bereits.
5. Klimaanlagen für Kitas, Schulen, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen
Kitas, Schulen, Pflegeheime und Krankenhäuser brauchen Klimaanlagen. Sachsen muss dafür ein Sonderprogramm auflegen, das den Einbau energieeffizienter Klimaanlagen und anderer Kühltechnik bezahlt. Das zusätzliche Sonderprogramm muss allen Kitas und Krankenhäusern offenstehen und schnell abrufbar sein. Das Kommunale Energie- und Klimabudget sollte direkt den Landkreisen und kreisfreien Städten zugewiesen werden. Das gesonderte Landesprogramm würde die Finanzierungslücke für Einrichtungen anderer Träger schließen.
Coretta Storz und Martin Helbig abschließend:
„Wir können heiße Tage nicht verhindern. Aber wir können verhindern, dass Schulhöfe zu Backöfen werden, Menschen bei der Arbeit zusammenklappen und Kinder oder Kranke in überhitzten Räumen leiden müssen. Dafür braucht es keine endlosen Debatten, sondern schnell konkrete Maßnahmen und entschlossenes Handeln, das Gefahren verringert und Alltag entlastet.“
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