Wir können den Regen nicht herbeireden. Aber wir können dafür sorgen, dass Sachsen beim nächsten trockenen Sommer nicht wieder überrascht wird.
Mehr als 80 Prozent der sächsischen Pegel melden Niedrigwasser, betroffen sind neben der Elbe auch Weiße Elster, Mulde, Spree und Neiße. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen sehen darin ein weiteres eindringliches Zeichen der Klimakrise und fordern von der Staatsregierung eine konsequente Wasser-Vorsorge statt zu warten.
Coretta Storz, Landesvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen, erklärt:
„Was wir gerade an unseren Flüssen erleben, ist keine Naturlaune, sondern Klimakrise in Echtzeit. Umweltminister von Breitenbuch erläutert im MDR, dass uns in den vergangenen sieben Jahren ein Jahr Niederschlag fehlt. Dieser korrekten Problemdarstellung fehlt der Nachsatz, dass die sächsische CDU deswegen nun endlich zu der Einsicht gelangt ist, dass ihre zögerliche Haltung in Sachen Klima- und Gewässerschutz ein kolossaler Fehler war. Es ist jetzt Zeit für eine Kehrtwende in der Klima- und Umweltpolitik. Nach dem Motto ‚Schau mer mal, was wird‘ zu agieren, ist unverantwortliche Realitätsverweigerung. Die Landesregierung tut in Sachen Klimaschutz so, als hätten wir noch alle Zeit der Welt. Es ist mir unbegreiflich, wie man diese Haltung am Ufer der austrocknenden Elbe aufrechterhalten kann. Der Minister hätte zum Beispiel ankündigen können, dass nun endlich die EU-Renaturierungsrichtlinie umgesetzt wird, die Moore und Auenlandschaften wieder zu natürlichen Wasserspeichern werden lässt. Dass Gewässerschutz, Naturschutz und Klimaschutz Hand in Hand gehen müssen, scheint der Minister konsequent zu ignorieren.“
Martin Helbig, Landesvorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen, ergänzt:
„Wenn die Elbe im August schon Werte zeigt, die früher erst im Herbst historischer Dürrejahre erreicht wurden, dann ist das ein Alarmsignal, das die Staatsregierung nicht länger ignorieren darf. Trinkwasser, Landwirtschaft, Schifffahrt und Ökosysteme geraten gleichzeitig unter Druck – wir brauchen eine echte Wasserstrategie für Sachsen, keine halbgaren Ankündigungen für die nächste Legislatur. Sachsen hat mit dem Handlungsprogramm ‚Zukunft Wasser‘ längst einen Fahrplan auf dem Tisch. Jetzt muss er endlich mit Tempo und ausreichend Mitteln umgesetzt werden. Kommunen brauchen Förderung für Regenwasserrückhalt zum Löschen, aber auch zum Gießen im Garten, und für den Umbau zur Schwammstadt, damit Wasser, das immer seltener, aber dafür in umso heftigeren Regenschauern vom Himmel kommt, in trockenen Sommern nicht einfach abfließt, sondern in der Fläche bleibt. Wer jetzt bei Wasserinfrastruktur spart, zahlt später drauf – bei Ernteausfällen, Waldschäden und Versorgungsproblemen.“
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Sachsen fordern konkret: