Dem Trend etwas entgegenstellen

Wenn über ländliche Regionen in den Medien berichtet oder in der Politik diskutiert wird, fallen regelmäßig Schlagworte wie "Schrumpfung", "Überalterung" oder "Entleerung". Da ist im Zusammenhang mit demographischen Veränderungen schnell von ausblutenden Regionen die Rede. Während die Großstädte prosperieren, haben viele ländliche Regionen ohne Frage mit den Auswirkungen von Abwanderung und Alterung zu kämpfen. Statt sich mit dem Schrumpfen abzufinden, ist es Aufgabe von Politik, dem Trend etwas entgegenzustellen und ländliche Räume attraktiver zu machen. Politik muss die Rahmenbedingungen so setzen, dass sich die Lebensverhältnisse in den Regionen nicht weiter auseinanderentwickeln.

Wir GRÜNE werden es nicht zulassen, dass eine Kluft zwischen Metropolen und ländlichen Regionen wächst – gleichwertige Lebensverhältnisse sind für uns kein Textbaustein für Sonntagsreden, sondern der Auftrag zum politischen Handeln! Über die Hälfte der sächsischen Bevölkerung lebt in ländlichen Gebieten. Ländliche Räume in Sachsen sind lebenswert, die Menschen leben dort gerne und identifizieren sich mit ihrer Heimat. Wir wollen uns darum kümmern, dass das so bleibt! Hier finden Sie GRÜNE Ideen, wie wir die Attraktivität ländlicher Regionen stärken wollen. Dabei ist uns bewusst: Es gibt nicht DEN ländlichen Raum in Sachsen. Notwendig sind regional angepasste Lösungen.

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf und diskutieren Sie mit uns. Wir freuen uns über Ihre Anregungen und Hinweise.

Gutes Leben in ländlichen Räumen

Wir wollen Wohnen und Leben im ländlichen Raum attraktiver machen, damit die Stärken ländlicher Wohnungen zur Geltung kommen können. Dazu zählen günstige Preise, naturnahe Wohnlagen in sauberer Umwelt, historisch wertvolle Baubestände und nicht zuletzt gewachsene Dorfgemeinschaften, die für viele Menschen wichtig sind.
Damit Menschen auch im Alter in ihren vertrauten vier Wänden leben können, damit Familien ausreichend versorgt sind und damit alle im Notfall schnell Hilfe erhalten, wollen wir das Netz von Gesundheit und Pflege verbessern. Ärzte und Krankenhäuser müssen erreichbar sein. Deshalb wollen wir die "Gesundheitsversorgung aus einer Hand" stärken.
 

  • Mit einer ländliche Wohnraumförderung wollen wir neue Wohnmodelle, die zum Erhalt leerstehender Häuser beitragen, fördern. Kommunen wollen wir beim Umgang mit Leerstand unterstützen.
  • Wir wollen altersgerechtes und barrierefreies Wohnen fördern, das es älteren Menschen ermöglicht, im vertrauten Wohnumfeld leben zu bleiben.    
  • Für abgelegene Häuser und Wohneinheiten im ländlichen Sachsen wollen wir Ausnahmen beim Anschluss- und Benutzungszwang ermöglichen.
  • Die medizinische Versorgung wollen wir mit "Gemeindeschwestern-Stationen" sichern. Kommunale Praxisräumen werden dabei von unterschiedlichen Ärzten im Wechsel genutzt.
  • Wir wollen sicherstellen, dass die gesetzlichen Hilfsfristen von 12 Minuten in Notfällen an jedem Ort erreicht werden können.
  • Mit einem Notfonds wollen die ambulante Geburtshilfe durch Hebammen sicherstellen. 

Regionale Wertschöpfung für gute Arbeit

Damit der Fachkräftenachwuchs auf hochwertige Arbeits- und Ausbildungsplätze trifft, wollen wir regionale Wirtschaftskreisläufe in Schwung bringen. So bleibt die Wertschöpfung in der Region. Fachhochschulen, Fachschulen, Berufsakademien oder außeruniversitäre Forschungseinrichtungen können Schrumpfungsprozessen entgegenwirken. Sie machen Regionen attraktiv für gut ausgebildete Menschen. Fachschulen und Hochschulen befeuern auch das Gründungsgeschehen. Mit schnellem Internet als Teil der Daseinsvorsorge wollen wir die digitale Kluft zwischen Stadt und Land schließen.

  • Mit einem Förderprogramm "Regionales Wachstum" wollen wir Investitionen kleiner Unternehmen in strukturschwachen Räumen unterstützen.  
  • Damit Unternehmen fortgeführt und Arbeitsplätze erhalten werden, sollen die Neu-Eigentümer Gründerförderung in Anspruch nehmen können.
  • Mit Programmen, die Gründung, Qualifizierung und Netzwerkbildung unterstützen, wollen wir Beschäftigungsmöglichkeiten für Frauen im ländlichen Raum erhöhen.
  • Mit "Innovationslotsen" wollen wir den Knowhow-Transfer zwischen Hochschulen und mittelständischen Unternehmen unterstützen.
  • Um die regionale Wirtschaft mit Mikrokrediten zu versorgen, sollen Mikrofinanzagenturen durch Landesbürgschaften unterstützt werden.
  • Mit einem flächendeckenden Breitbandausbau wollen wir bis 2021 drei Viertel aller Haushalte mit echten Glasfaseranschlüssen versorgen und sicherstellen, dass alle Haushalte mit mindestens 50 Mbit/s online gehen können.

Die grüne Mobilitätsgarantie

In den letzten Jahren wurde der Nahverkehr immer weiter ausgedünnt. Das einst flächendeckende Schienennetz wurde zu einem Rumpfnetz. Ehemals gut angebundene Orte werden nur noch mit Schulbussen versorgt. Viele Menschen fühlen sich abgehängt. Wir wollen deswegen einen flächendeckenden, vernetzten Nahverkehr, der jedes Dorf anbindet und die Spaltung zwischen Stadt und Land nicht verschärft, sondern ländliche Entwicklung ermöglicht und unterstützt. Ein gutes Bahnnetz ist das Rückgrat eines leistungsfähigen, umweltfreundlichen ÖPNV in ganz Sachsen.
 

  • Mit dem Sachsentakt 21 sorgen wir für einen flächendeckenden Bahn- und Busverkehr mit stündlich verkehrenden Bahnen und Taktbussen. In diesen Takt werden alternative Bedienformen (z.B. Anrufsammeltaxis) eingebunden, um jedes Dorf anzuschließen.
  • Wir wollen einen landesweit einheitlichen ÖPNV-Tarif von Tür zu Tür, der unabhängig vom gewählten Verkehrsmittel gilt und dabei einfach und transparent ist.
  • Wir wollen die Bahnstrecken in der Fläche zu erhalten und – wo möglich – reaktivieren, um die Schienenanbindung im ländlichen Sachsen zu verbessern.
  • Wir wollen durch ein gut ausgebautes sachsenweites Netz den Radverkehr stärken und sicherer machen.
  • Bahnhöfe und zentralen Bushaltestellen wollen wir mit anderen Verkehrsträgern vernetzen und zu ländlichen Mobilitätsstationen ausbauen. Neben sicheren Fahrrad-Abstellmöglichkeiten befinden sich dort auch Ladestationen für Elektroautos.

Gute Bildung und vielfältige Kultur als Standortfaktor

Die Attraktivität des ländlichen Raums steht und fällt für junge Familien mit einer wohnortnahen Infrastruktur zur Betreuung und Bildung von Kindern und Jugendlichen. Im Zentrum GRÜNER Schulpolitik steht eine ländliche Schulnetzplanung mit Augenmaß und Weitsicht, die auf Qualität und dauerhafte Tragfähigkeit angelegt ist, damit es nicht heißt: "Erst stirbt die Schule, dann stirbt das Dorf". Auch ein vielfältiges Kunst- und Kulturangebot in ländlichen Räumen ist ein entscheidendes Stück Lebensqualität für die Menschen vor Ort. Neben der Pflege unseres kulturellen Erbes wollen wir GRÜNE die Entwicklung neuer Initiativen und Projekte in Kunst und Kultur unterstützen und vielgestaltige Formen kultureller Teilhabe ermöglichen.

  • Mit dem Konzept der Kinderbildungshäuser wollen wir Kindertagesstätten und Grundschulen miteinander verzahnen, um wohnortnahe Betreuung und Bildung zu sichern. Damit Grundschulstandorte erhalten bleiben, wollen wir kleinere Klassen ermöglichen.
  • Wir wollen längeres gemeinsames Lernen mit jahrgangsübergreifendem Unterricht in Gemeinschaftsschulen ermöglichen, wo es vor Ort gewollt und sinnvoll ist.  
  • Wir wollen Fachhochschulen und Berufsakademien als Bildungszentren im ländlichen Raum stärken, indem wir deren Grundfinanzierung erhöhen.
  • Wir wollen den Kulturräumen in Form einer soliden und verlässlichen Finanzierung den Rücken stärken. Wir wollen mehr Menschen zur Gestaltung ihrer kulturellen Lebenswelt aktivieren und deshalb die Projektförderung erhöhen.

Sicherheit für die Bürger gewährleisten

In den letzten Jahren wurden in der Fläche Polizeipräsenz abgebaut und Reviere geschlossen. Wer Polizeipräsenz wegrationalisiert, untergräbt das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit und Durchsetzungskraft des Rechtsstaates. Davon profitieren nicht nur Kriminelle, sondern auch diejenigen, die den liberalen und demokratischen Staat von rechts attackieren und als schwach und unsicher brandmarken wollen. Sachsen braucht eine starke Präventionsarbeit, die jeder Form der Menschenfeindlichkeit von Anfang an das Wasser abgräbt, und eine gut ausgebildete Polizei, die bei Bedarf rasch zur Stelle ist – ohne Abstriche in den ländlichen Regionen.

  • Wir wollen mit einem Einstellungskorridor von mindestens 800 Neuzugängen pro Jahr die flächendeckende Polizeipräsenz wieder sicherstellen.
  • Wir wollen verbindliche Interventionszeiten definieren, die ähnlich der Hilfsfrist für Rettungsdienste und Feuerwehren ein sicheres und planbares Eintreffen der Polizei vor Ort garantieren.
  • Jede Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit muss entgegengetreten und rechtsextremistische Hetze und Gewalt mit aller Härte des Rechtsstaates verfolgt werden. Die Mittel im Landesprogramm "Weltoffenes Sachsen" wollen wir erhöhen.
  • Wir wollen Crystal in Sachsen konsequent bekämpfen und dazu unsere Polizeikräfte, aber auch die Familien- und Jugendhilfe in ihrer Arbeit stärken, damit Sachsen von der verhängnisvollen Droge wegkommt.

Landwirtschaft: Regional, ökologisch und artgerecht

Für Sachsens ländliche Räume ist die Landwirtschaft eine wichtige ökonomische Säule. Regionale Wertschöpfungsketten und Vertriebsstrukturen können zu einem Motor für verbrauchernahe, klimaschonende Erzeugung und zu einer Entwicklungschance für die bäuerliche Landwirtschaft werden. Wir wollen landwirtschaftlicher Wertschöpfung nicht trotz, sondern im Einklang mit Gewässerschutz, guten Böden und dem Erhalt einer reichen Artenvielfalt verwirklichen. Tierhaltung wollen wir artgerecht gestalten, denn industrielle Massentierhaltung ist schlecht für Tiere und Umwelt.

  • Um das Höfesterben zu beenden und kleinen Betrieben wieder eine Perspektive zu bieten, wollen wir die Maximalförderung von Großagrarbetrieben deckeln und mit den freiwerdenden Mitteln gezielt bäuerliche Produktionsformen stärken.
  • Wir wollen Sachsens Landwirte verlässlich fördern, wenn sie sich zur Umstellung auf Ökolandwirtschaft entscheiden. Besondere Unterstützung erhalten Betriebe für Investitionen in Stallanlagen, die den Anforderungen tiergerechter Haltung entsprechen.
  • Wir wollen über Zukäufe von Flächen der bundeseigenen Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH (BVVG) einen Pool zur Förderung regional angepasster und ökologisch wirtschaftender Landwirtschaftsbetriebe einrichten.
  • Bisher kommen Pflanzenschutzmittel, insbesondere Glyphosat, in der Landwirtschaft im großen Stil zum Einsatz. Aufgrund der krebserregenden Wirkung beim Menschen muss der Einsatz des Ackergiftes drastisch reduziert und gezielt nach Alternativen gesucht werden.

Die Kulturlandschaft erhalten und pflegen

Wir GRÜNE wollen das Artensterben stoppen und die biologische Vielfalt wieder erhöhen. Dazu wollen wir einen Biotopverbund auf 15 Prozent der Landesfläche errichten. Zum Schutz der Lebensqualität und der Artenvielfalt im ländlichen Sachsen müssen wir unsere Natur- und Kulturlandschaft vor weiterer Versiegelung bewahren.  

  • Die zunehmende Isolierung von Lebensräumen bedroht gefährdete Arten. Wir wollen die Flächenvernetzung im Biotopverbund zum Erhalt der Biodiversität finanziell fördern.
  • Das Ökosystem Wald ist insbesondere durch den Klimawandel belastet. Wir setzen uns für einen naturnahen, klimagerechten Waldumbau im Einklang mit Tier- und Artenschutz ein.
  • Das schleichende Sterben der Naturschutzstationen in Sachsen wollen wir stoppen. Unser Ziel ist ein landesweites Netz von 40 Stationen, die über ganz Sachsen verteilt sind.
  • Um bedrohte Arten wie das Birkhuhn, das Rebhuhn oder den Feldhasen zu retten müssen entsprechende Managementpläne erarbeitet werden. Wildtierauffangstationen sollen flächendeckend errichtet werden.
  • Die Nährstoffbelastung aus der Landwirtschaft ist ein Hauptgrund für den schlechten Zustand vieler Gewässer. Durch ein landesweites Renaturierungsprogramm wollen wir eine gute ökologische Gewässerqualität in Sachsen erreichen.
  • Wir wollen den Schutz der Alleen und ihre Pflege verbessern. Alleen sollen wieder verstärkt nachgepflanzt werden. Das Anbringen von Schutzeinrichtungen für die Verkehrssicherheit muss Vorrang vor Baumfällungen bekommen.

Erneuerbare Energie in Bürgerhand

Die ländlichen Räume sind für uns GRÜNE mehr als nur Energielieferant und -speicher für die städtischen Räume. Vielmehr sehen wir große Chancen darin, die Dörfer und Kleinstädte als Energieregionen zu gestalten. Weil der Wandel auf dem Land durch alternative Energiegewinnung neben Chancen aber auch Risiken mit sich bringt, müssen gerade wir GRÜNE die Bedenken der Menschen ernst nehmen, die das Gefühl haben, dass ihr Lebensumfeld durch eine Windkraftanlage oder eine neue Stromtrasse beeinträchtigt wird. Die Energiewende kann nur mit den Menschen gelingen und erfordert einen intensiveren Dialog in der gesamten Gesellschaft.

  • Wir wollen einen ökologischen und sozialverträglichen Biomasseanbau, in dem Ernährungssicherheit, Gentechnikfreiheit und Naturschutz berücksichtigt werden. Dabei wollen wir die Reststoffverwertung in den Vordergrund stellen.
  • Wir wollen der einheimischen Bevölkerung die Möglichkeit einräumen, sich an Erneuerbare-Energie-Anlagen (Bürgersolarkraftwerke/Bürgerwindenergieanlagen) zu beteiligen. Die Gründung kommunaler und regionaler Energiegenossenschaften wollen wir fördern, damit Investitionen, Gewinne und zusätzliche Steuereinnahmen in der Region bleiben.
  • Durch ein staatliches Beratungsangebot wollen wir die sächsischen Kommunen zu verstärkten Investitionen in erneuerbare Energien motivieren und dabei finanziell unterstützen.
  • Mit einem Förderprogramm für Energieeinsparung und Erneuerbare Energien wollen wir die energetische Sanierung von Mietwohnungen durch Zuschüsse unterstützen.

Diese Website ist gemacht mit TYPO3 GRÜNE, einem kostenlosen TYPO3-Template für alle Gliederungen von Bündnis 90/Die Grünen