12. Juni, 18:00 Uhr
Leipzig (konkrete Ortsangabe per E-Mail an: info@gruene-sachsen.de)
Diskutieren Sie mit:
Dr. Daniela Pscheida-Überreiter, Leiterin des Katholischen Büros Sachsen
Peter Herrfurth, Landesjugendpfarrer der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM)
Andreas Zumach, Journalist und Publizist
Moderation:
Franziska Schubert, Fraktionsvorsitzende und religionspolitische Sprecherin der Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag
Seit vielen Jahren herrscht Krieg in der Ukraine, in einem unserer europäischen Nachbarländer. Das schon als sicher angesehene Friedensprojekt Europa ist in Frage gestellt. Gewalt und Krieg im Nahen und Mittleren Osten dauern an. Das Völkerrecht wird ausgehöhlt und gebrochen.
Bisher verlässliche Bündnispartner kündigen die Zusammenarbeit auf. Angriffspotential und Sicherheitsdenken bestimmen den Alltag. Undenkbare Summen werden für die Aufrüstung ausgegeben, der Zivile Friedensdienst nicht adäquat unterstützt. Der Sozialstaat wird in Frage gestellt. Die Friedensbewegung ist kleinlaut geworden. Die junge Generation begehrt auf und will sich nicht vereinnahmen lassen.
Was aber tun, wenn den Verhandlungswilligen der Partner fehlt? Was tun, wenn Zivilisten angegriffen werden, die Infrastruktur gnadenlos zerstört wird, wenn eine Nation und deren Kultur ausgelöscht werden soll? Was tun, wenn ziviler Ungehorsam und passiver Widerstand ad absurdum geführt werden?
Wir befinden uns in einem großen Dilemma zwischen der unstillbaren Sehnsucht nach Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung und der Besorgnis um Sicherheit, der überlebensnotwendigen Unterstützung der Angegriffenen, der Solidarität.
Wie passen Nächstenliebe gegenüber angegriffenen Menschen, d. h. auch die Unterstützung durch Waffenlieferungen, das Leitbild und Gebot eines gerechten Friedens und die Nichtanwendung von Gewalt zusammen?
Diese Fragen treiben Christinnen und Christen nicht erst seit Vorliegen der Friedensdenkschrift der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) um. Sie begleiten uns nunmehr seit vielen Jahren.
Viele Mitglieder der Partei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN haben ihre Wurzeln in der Friedens- und Umweltbewegung der 1980er Jahre. Führende Vertreter*innen haben frühzeitig für eine bedingungslose militärische Unterstützung der Ukraine geworben. Manche ehemalige Unterstützer*innen wendeten sich ab und beschuldigen uns als Kriegstreiber. Das hinterlässt Ratlosigkeit.
Es gibt keine allgemeingültigen Antworten, aber immer wieder den Weg der Suche. Der Gesprächsabend soll unseren Weg begleiten, Gelegenheit zum Austausch und zum Hinterfragen geben.
Wir sind
Christ*innen, die an einer ökumenischen Zusammenarbeit interessiert sind und die Ziele von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN unterstützen. Die Parteimitgliedschaft ist dafür nicht erforderlich.
Wir sehen in den Leitbildern der BÜNDNISGRÜNEN und christlicher Werteorientierung viele Gemeinsamkeiten. So bedenken wir die Herausforderungen unserer Zeit vom Evangelium her und wollen in unserem Umfeld im Vertrauen auf Gottes weiteren Beistand Schritte auf dem von ihm gewiesenen Weg gehen. Unser Ziel ist eine ökologisch, sozial, basisdemokratisch und gewaltfrei lebende Gesellschaft.
Christ*innen in der Politik
Weil Gott sich in Christus uns Menschen zuwendet, sind wir gerufen, uns unseren Mitmenschen zuzuwenden. Um unsere Vorstellungen in die Politik einzubringen, arbeiten wir auf Landesebene mit dem Landesverband und der Landtagsfraktion zusammen. Auf Bundesebene arbeiten wir in der entsprechenden Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) mit.
Wir stehen ein für:
Offenen Dialog statt "Kulturkampf"
Toleranz und Bemühen um Frieden und Gespräche im Umgang zwischen den Kirchen, Religionsgemeinschaften, Kulturen und unterschiedlichen Weltanschauungen
Solidarität
Frieden durch Konfliktabbau
Ehrfurcht vor Gottes Schöpfung
Die Erde mit ihren Schätzen und Lebewesen darf nicht zum Ausbeutungsobjekt degradiert werden, sondern verlangt nach einer nachhaltigen, zukunftsfähigen Bewirtschaftung, um die natürlichen Grundlagen des Lebens zu erhalten.
Bürger*innenschaftliches Engagement
Bürgerinnen und Bürger sind zu ermutigen, sich nach ihren Fähigkeiten in der Gesellschaft zu engagieren, insbesondere in der Selbsthilfe ihrer Verantwortung gerecht zu werden Mitsprache- und Mitentscheidungsmöglichkeiten auch in politischen Gremien sind zu verbessern.
Glaubwürdigkeit
Angesichts der demografischen Entwicklung und globaler Prozesse in Natur und Gesellschaft wollen wir auf notwendige Veränderungen im Lebensstil in allen Gesellschaftsschichten hinweisen und selbst zu diesem Wandel beitragen.
Weltweite Gerechtigkeit erfordert auch Einschränkungen, denn der Lebensstandard des reichen Nordens ist nicht auf die gesamte Welt übertragbar. Wir wollen keine uneinlösbaren Ziele vertreten und keine falschen Versprechungen machen.
Wir wissen von eigenem Versagen in Vergangenheit und Gegenwart und leben von der Vergebung; auch deshalb setzen wir auf Dialogbereitschaft und den Verzicht auf ideologisch eingeengte Sichtweisen.
Überprüfung eigener Standpunkte anhand biblischer Maßstäbe.
Wie arbeiten wir?
Wir treffen uns mehrmals im Jahr, um Informationen und Erfahrungen auszutauschen und uns mit konkreten Themen zu befassen. Gegebenenfalls laden wir zu den Treffen auch Fachleute ein, um uns genauer zu informieren.
Beispielsweise bewegen uns folgende Themen:
Verhältnis Kirche-Staat, Religions- und Ethikunterricht, Grundeinkommen / Erweiterung des Arbeitsbegriffs, Gentechnik, Patientenverfügung und Betreuung am Ende des Lebens.
Dabei tauschen wir uns mit anderen LAGen und weiteren politischen und kirchlichen Verbänden aus.
Wir greifen die Schwerpunkte auf, die in der Bundesarbeitgemeinschaft diskutiert werden. Wir beschäftigen uns mit den programmatischen Aussagen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und versuchen, uns wichtige Ziele dort einzubringen.
Nur wer sich einmischt, kann verändern!
Nehmen Sie bei Interesse Kontakt mit uns auf!
Testen Sie unsere Arbeit, indem Sie an einem unserer Treffen teilnehmen. Wir freuen uns auf neue Mitstreiter und auf neue Ideen!
Gisela Kallenbach
lag.christen@gruene-sachsen.de
Die LAG entsendet Delegierte in die Bundesarbeitsgemeinschaft Christinnen und Christen.
Nicht-Mitglieder fragen bitte für die Mitarbeit in der LAG beim Landesvorstand (über dieses Formular) die Aufnahme zur freien Mitarbeit an.